Frei

Schade, sag ich, schade.
Ist wohl nicht so wichtig –
ob wir uns kennen oder nicht.

Ich dachte immer es könnte schön sein:
Ihr und Ich.
Wir, und nur wir, die wir für immer verbunden sind.

Ja, sicherlich.
Doch uns trennen nicht nur Wege, sondern Welten.

Eigentlich haben wir uns nie gekannt,
sind nie miteinander über die Wiesen gerannt
und auf Bäume geklettert.

Wie sollte ich das also vermissen?
Kann man vermissen, was nie war?

Euch, uns und wir,
das gibt es nicht.
Nicht in diesem Leben.

Vielleicht wann anders,
vielleicht niemalsnie.

Manchmal stelle ich mir vor,
es gäb euch nicht:
Erleichterung. Keine Angst. Kein Einwand.

Ich erwache aus dem bösen Traum eurer Existenz
und merke, dass mir nichts fehlt.

Ich bin nicht allein. Da ist noch jemand.

Wir sind zu zweit und ihr zählt kein bisschen.
Wir teilen alles und nichts mit euch.
Niemals.

Der Schein trügt nicht,
ihr seid überflüssig.

Ich hab‘ euch abgelegt wie einen Hut,
der eh nie passte.

Überdrüssig –
bin ich eurer.

Und frei.

Frei.


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