10 Dinge, die ich meinen Kindern sagen würde

Seit bald 26 Jahren wandere ich durch diese Welt. Davon acht als „Erwachsene“.

Inzwischen weiß ich: das ist es. Das ist das Leben.

Es gibt kein anderes, viel besseres, das irgendwo auf mich wartet. Es gibt nur das Leben, das ich mir selbst erschaffe.

Und irgendwie habe ich immer wieder das Gefühl, dass mir dafür, für dieses Leben, so ganz andere Dinge mitgegeben wurden, als ich sie heute gebrauchen könnte. Von Lehrern, Eltern – den Erwachsenen eben.

Noch erinnere ich mich daran wie das war, als junger Mensch.

10. Geburtstag

Also habe ich mir aufgeschrieben, was ich aus dieser Sicht meinen eigenen Kindern sagen würde – bevor ich vielleicht wirklich erwachsen werde, und das alles vergesse:

 

  1. Irgendwann macht alles Sinn.

Wenn du es heute nicht verstehst, dann vielleicht morgen. Vertraue darauf.

  1. Du hast der Welt etwas zu geben.

Du. Versuche nicht, irgendein anderer zu werden, oder irgendwas zu entsprechen von dem du glaubst, andere erwarten es von dir. Vergleich dich nicht mit anderen, sondern immer nur mit dir. Werde jeden Tag ein bisschen mehr und ein bisschen besser Du.

  1. Und du hast ihr was zu sagen.

Viel Unheil kann verhindert werden, wenn genügend Menschen dagegen ihre Stimme erheben. Wenn sie sich nicht einreden lassen, dass sie nichts verändern können. Sondern aufstehen und verändern. Tu genau das.

  1. Andere haben lange nicht immer Recht.

Vertrau darauf, dass andere es in der Regel gut mit dir meinen. Aber sei auch kritisch. Hör auf dein Gefühl, wenn Logik dir nicht weiterhilft.

  1. Und schon gar nicht deine Familie.

Sie sagen „wir meinen es ja nur gut“ und meinen das meist auch, aber eben auch mit sich selbst. Familienliebe kann weh tun. „Ich will ja nur das beste für dich“ heißt zunächst mal „Ich will das für dich, von dem ich meine, dass es das beste für dich ist“. Nicht mehr und nicht weniger.

  1. Tief in dir drin weißt du, was für dich das Richtige ist.

Ich konnte kaum schreiben, da spürte ich in mir drin schon, dass das etwas ist, das ich ganz viel machen möchte. Aber ich hab mir das nicht so recht geglaubt. Einige Jahre, viele Experimente und so manche Enttäuschung später bin ich schlauer. Ich höre wieder auf meine innere Stimme. Und vertraue ihr. Zumindest meistens. 😉

  1. Pflege deine innere Stimme gut, hör auf sie, erlaube ihr, hörbar zu sein.

Sie ist das wichtigste was wir haben. Man sagt, wir können bis zu sieben Varianten oder Variablen noch sinnvoll mit Logik bewerten, danach ist deren Kapazität erschöpft und wir treffen mit unserer Intuition die tendenziell besseren Entscheidungen. Selbst banale Dinge wie 14 Eissorten überfordern also schon unsere Logik – ganz zu schweigen von Beruf, Beziehung, Lebensort, …

  1. Was brauchen dein Körper und dein Geist? Hör darauf. 

Wer weiß denn schon noch, was er wirklich braucht? Vielmehr leben wir in einer Welt aus Werbung, in der fast alle von uns wollen, dass wir ihnen irgendwas abkaufen. Wir kennen unsere eigenen Bedürfnisse kaum noch, weil ständig jemand ruft und uns davon überzeugen will, dass wir genau sein Produkt brauchen oder wollen. Nochmal: pflege deine innere Stimme und deine Intuition.

  1. Jeden von uns kann die Muse küssen – und wenn sie’s nicht tut, ist es kein Weltuntergang.

Meine Muse und ich haben nicht immer ein gänzlich gutes Verhältnis. Und doch bin ich unsagbar froh, dass es sie gibt. Ich behaupte, dass jeder von der Muse geküsst werden kann, wenn er sie lässt. Doch die Musen sind launisch und sie brauchen Freiräume, sonst machen sie uns verrückt und lassen uns nachts nicht mehr schlafen. Mach auch mal wirklich „nichts“, geh spazieren, meditiere, setz dich vor ein leeres Blatt und gib damit der Muse die Möglichkeit, dich auf sich aufmerksam zu machen.

  1. Bleib in deinem Innersten Kind – und lass dich nicht von anderen davon abbringen.

Ich wollte nie etwas sehnlicher, als endlich erwachsen zu werden. Ich wusste, dass das der Moment sein würde, in dem ich endlich selbst entscheiden durfte. Der, in dem man mich und meine Ideen ernst nehmen wird. In dem ich nicht mehr vom guten Willen der Erwachsenen abhängig, sondern frei und selbständig sein würde. Inzwischen bin ich wirklich erwachsen – und die Hoffnungen wurden erfüllt. Aber ich habe auch festgestellt, wie wertvoll das Kindliche ist. Neugierde, Ehrlichkeit, Naivität. Das will ich mir erhalten. Und du solltest das auch.

  1. Stelle Regeln und Ratschläge in Frage.

Immer. Und vor allem meine.



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4 Kommentare zu “10 Dinge, die ich meinen Kindern sagen würde

  1. 1. bedeutet nicht dass einem der „Sinn“ gefällt
    2. …das gleiche was ca. 1/10 der anderen 8mrd der Welt auch geben können
    3. und weltweit schreit jeder, aber keiner hört zu

  2. Hallo Nadine,

    das ist ein toller Mindset und ich stimme bei jedem Punkt zu.
    Ganz gemäß Querdenkertum hast Du auch die 9 vor die 8 gepackt 😉

    Liebe Grüße,
    David

    • Hallo David!
      Ach je, das war nicht mal Absicht (im Gegensatz zur 11 ;)).
      Aber natürlich bleibt das so – ganz gemäß Querdenkertum.
      Schön, wenn’s gefällt! 🙂
      Viele Grüße,
      Nadine

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